Mit ihren fesselnden, ausdrucksstarken Darbietungen, ihrem beeindruckenden Stimmumfang und ihrer dramaturgischen Vielseitigkeit genießt die vielbewunderte afroamerikanische Sopranistin Roberta Alexander internationale Bekanntheit als eine der mitreißendsten Konzert- und Opernsängerinnen unserer Zeit. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf und begann 1969 ihr Studium an der University of Michigan in Ann Arbor; 1971 graduierte sie als Master of Music und studierte dann bei Hermann Woltman am Königlichen Konservatorium Den Haag.

1980 übernahm Roberta Alexander die Rolle der Pamina an der Houston Grand Opera, 1981 war sie in der Rolle der Daphne in Santa Fe und 1982 in der Rolle der Elettra in Idomeneo in Zürich zu sehen. Im Anschluss an eine Europatournee gab sie im November 1983 schließlich ihr erfolgreiches Debüt als Zerlina an der Metropolitan Opera in New York. Unvergesslich sind beispielsweise ihre Darstellung der Hauptrolle in Janaceks Jenůfa (eine Glyndebourne-Produktion), ihre Mimì in Puccinis La Bohème und insbesondere die großen Mozartpartien Fiordiligi in Così fan tutte, Donna Elvira in Don Giovanni und Vitellia in Mozarts La Clemenza di Tito. Ihre Interpretation der Vitellia wurde beim Glyndebourne Festival sowohl vom Publikum als auch von der Presse als großer Erfolg umjubelt. Darüber hinaus war Roberta Alexander in Hauptrollen an den wichtigsten Opernhäusern zu sehen: an der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House Covent Garden und an den Opernhäusern in Berlin, Hamburg, Wien, Zürich und Venedig. Im Jänner 1999 sang sie den zweiten Akt der Jenůfa konzertant mit dem Philadelphia Orchestra unter Sir Simon Rattle in Philadelphia und in der Carnegie Hall in New York. Weitere Höhepunkte der jüngeren Vergangenheit waren unter anderem ein Auftritt im Rahmen einer Konzertreihe der Vocal Arts Society in Washington, D.C., sowie ihre Darbietung von Brittens War Requiem gemeinsam mit dem Utah Symphony Orchester unter der Leitung von Keith Lockhart, die von den Kritikern mit stürmischem Beifall bedacht wurden.

Neben ihrer Opernkarriere ist Roberta Alexander auch als Konzertsängerin viel beachtet. So erntete sie kürzlich großen Beifall für ihre Darbietung von Ravels Shéherazade gemeinsam mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von André Previn, ausgestrahlt in ganz Europa. Vielbeachtete Auftritte feierte sie auch mit den Wiener Philharmonikern, dem London Philharmonic Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Concertgebouw-Orchester, dem Philadelphia und Cleveland Radio-Symphonieorchester, dem Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks und den Cincinnati, Atlanta und Dallas Symphony Orchestras. Sie arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Andrew Litton, Bernard Haitink, Sir Colin Davis, Nikolaus Harnoncourt, James Levine, Zubin Mehta, Carlo Maria Giulini, Leonard Slatkin, Jesus Lopez-Cobos, Edo De Waart und David Zinman zusammen. Für Mendelssohns Ein Sommernachtstraum, Tschaikowskys Romeo und Julia und die stürmisch gefeierte Weltpremiere von Kirchners Of things exactly as they are arbeitete sie kürzlich erneut wieder mit Seiji Ozawa und dem Boston Symphony Orchestra zusammen. Darüber hinaus glänzte sie gemeinsam mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung von Michael Tilson Thomas in Coplands In the beginning.

Die bemerkenswerte Liedsängerin brillierte in vielbeachteten Programmen in der New Yorker Carnegie Recital Hall, an der Philadelphia Chamber Music Society, im Wiener Musikverein, in der Wigmore Hall in London und am Amsterdamer Concertgebouw. Die aktuellsten Alben der leidenschaftlichen und überzeugenden Interpretin amerikanischer Meisterwerke sind Songs my Mother Taught Me und With You, eine Anthologie von Broadway Songs.

Roberta Alexanders umfangreiche Diskographie (erschienen bei Etcetera, Philips, Sony, Teldec und BMG) spiegelt ihre beeindruckende stimmliche Vielseitigkeit wider: Lieder von Barber, Mozart, Bernstein, Ives, Copland, Strauss, Castelnuovo-Tedesco, Puccini und Villa-Lobos; Händels Giulio Cesare, Apollo e Daphne, Samson und Theodora, Mozarts Don Giovanni und Idomeneo, sowie Raritäten wie Goldschmidts Der Gewaltige Hanrei und Beatrice Cenci, Heppeners Four Songs of Ezra Pound und Songs with Orchestra von Andriessen – eine mit dem Edison Award gekrönte Aufnahme.