Die Gewinner des erstmals ausgeschriebenen Spezialpreises für MUSIKVERMITTLUNG sind:
1. Preis: Gildas Quartet
2. Preis: Lied-Duo Mendes & Heiß

Wir gratulieren den zwei Kammermusikformationen für ihre innovative Projektkonzeptionen!

GILDAS QUARTET

Christopher Jones, Violine (Kanada)
Gemma Sharples, Violine (Großbritannien)
Kay Stephen, Viola (Großbritannien)
Anna Menzies, Violoncello (Großbritannien)

„Surround Sound Sessions“ des Gildas Quartet zeichnet sich durch ein professionell gearbeitetes Konzept aus, das auf vielfache Weise Musik- und Kunstrezeption ermöglicht. Die herkömmliche Rolle des Publikums wird gebrochen und die aktive Wahrnehmung der ZuhörerInnen gefördert: Das Publikum sitzt auf mobilen Sitzgelegenheiten und hat während des Konzerts die Möglichkeit, sich frei im Raum zu bewegen, um Kammermusik aus unterschiedlichen Hör-Perspektiven zu erleben. Neben der unmittelbaren Vermittlungssituation im Konzert werden beispielgebende Wege der digitalen Bewerbung und Kommunikation in den sozialen Medien aufgezeigt.

DUO MENDES & HEIß

Diogo Mendes, Bariton (Portugal)
Marlene Heiß, Klavier (Deutschland)

„Poesie meets Poetry“, ein musikalisch-literarischer Abend mit Diogo Mendes und Marlene Heiß stellt eine gelungene Verbindung von Kunstlied und Poetry Slam dar, das vor allem ZuhörerInnen erreichen möchte, die üblicherweise keinen Liederabend besuchen würden. Klar und stimmig stellen die beiden KünstlerInnen ihr Vorgehen dar, das auf lebendige und künstlerisch anspruchsvolle Weise ästhetische Welten miteinander verknüpft ohne dem beliebigen Crossover zu erliegen. Besonders überzeugt hat die Jury die aktive Minbeziehung des Publikums in den Ablauf des Abends durch ein Live-Voting unmittelbar während der Performance.

Spezialpreis Musikvermittlung

Die Gesellschaft verändert sich so schnell wie nie zuvor und die gesamte Klassikbranche bemüht sich zunehmend diesen Veränderungen Rechnung zu tragen. Dabei spielt Musikvermittlung eine zentrale Rolle, weshalb im Rahmen des Wettbewerbes “Franz Schubert und die Musik der Moderne” (FS&MM) ein Sonderpreis zu diesem Thema vergeben wurde.

Es ging dabei um die Suche nach Formaten, Projekten und Aktivitäten, die dem Publikum neue Perspektiven auf die künstlerischen Inhalte des Wettbewerbs – also Kammermusik – eröffnen können oder Menschen diese Musik zugänglich machen, die damit noch nicht vertraut sind.

Gefragt waren innovative Konzepte für ein konkretes Projekt, die für die Zukunft geplant sind. Das konnten sowohl Aktionen im Rahmen des Konzertes (das Programm erklärend, szenisch aufbereitet oder auch interdisziplinär mit anderen Kunstsparten gestaltet), als auch vor- oder nachbereitende Aktivitäten inner- oder außerhalb des Veranstaltungsortes sein.

Alle TeilnehmerInnen des 10. Internationalen Wettbewerbs „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ waren
teilnahmeberechtigt. Der Preis ist unabhängig vom Kammermusikwettbewerb und hat keinerlei Auswirkung auf dessen Ergebnisse. Zusätzlich zu dem Preisgeld wird die Kunstuniversität Graz sich bemühen, mitzuhelfen, die Umsetzung und Dokumentation des Preisträgerprojekts zu ermöglichen und professionell zu unterstützen.

Jury:

Constanze Wimmer (Vorsitz), Anton Bruckner Privatuniversität
Sabine Reiter, mica – Music Austria
Matthias Naske, Wiener Konzerthaus
Ulla Pilz, Kunstuniversität Graz

Constanze Wimmer, Gildas Quartet, Duo Mendes & Heiß, Ulla Pilz (v.l.n.r.)