Miroslav Srnka, geboren 1975 in Prag, studierte Musikwissenschaft bei Jarmila Gabrielová an der Karls-Universität in Prag (1993-1999) und Komposition bei Milan Slavický an der Akademie der musischen Künste in Prag (1998-2003). Studienaufenthalte führten ihn an die Humboldt Universität zu Berlin (1995-1996) und 2001 an das Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Er absolvierte Austauschprogramme und Kompositionskurse u.a. bei Ivan Fedele (2002) und Philippe Manoury (2004).

2001 wurde Miroslav Srnka mit dem Gideon Klein Award und 2004 mit dem Leoš Janáček Anniversary Prize ausgezeichnet. 2009 erhielt er den Siemens Musikpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung und den Förderpreis der Wilfried-Steinbrenner-Stiftung.

2005 wurde seine Kurzoper „Wall“ nach Jonathan Safran Foer an der Staatsoper Unter den Linden Berlin uraufgeführt. In der Spielsaison 2006/07 war Srnka „Komponist für Heidelberg“ am Theater Heidelberg. 2011 wurden seine Kammeroper „Make No Noise” im Rahmen der Münchner Opernfestspiele und seine Märchenoper „Jakub Flügelbunt“ an der Semperoper in Dresden uraufgeführt. 2016 folgte die Premiere seiner Doppeloper „South Pole“ an der Bayerischen Staatsoper, dirigiert von Kirill Petrenko und inszeniert von Hans Neuenfels, mit Rolando Villazón in der Rolle des Scott und Thomas Hampson in der Rolle des Amundsen. „South Pole“ war für die International Opera Awards nominiert, wurde von der Fachzeitschrift Opernwelt unter eine der drei besten Opern des Jahres gereiht und 2017 in Darmstadt neu inszeniert.

Gemeinsam mit Quatuor Diotima nahm er die CD „Chamber Music“ auf, die im Februar 2016 bei Naïve Classique veröffentlicht wurde.

Seine Kompositionen wurden von herausragenden InterpretInnen beauftragt, uraufgeführt und dargeboten, darunter das Ensemble Modern mit Matthias Pintscher und Franck Ollu, das Ensemble Intercontemporain mit Claron McFadden und David Robertson, das Klangforum Wien mit Sylvain Cambreling und Clement Power, das BBC Philharmonic mit Cornelius Meister, die Staatskapelle Dresden mit Tomáš Hanus, das Münchener Kammerorchester mit Alexander Liebreich, die PKF – Prague Philharmonia mit Jakub Hrůša, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien mit Nicolas Hodges, die Deutsche Kammerphilharmonie mit Aziz Shokhakimov, das Ensemble Prague Modern mit Pascal Gallois, das Orchester Ostravská Banda mit Peter Rundel und Petr Kotík, das ensemble recherche, das Quatuor Diotima, das Arditti Quartet, das Zebra Trio, MusikerInnen des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin, Annsi Karttunen mit Magnus Lindberg, Dagmar Pecková mit Eric Nielsen, Francesco Dillon mit Emanuele Torquati sowie Jiří Bárta mit Jana Boušková und Saar Berger. Darüber hinaus wurden seine Werke bei einer Reihe von Festivals auf die Bühne gebracht, darunter Prague Spring, Musica Strasbourg, Ultraschall Berlin, Wien Modern, Présences Paris, Milano Musica, Printemps des Arts de Monte-Carlo, musikprotokoll im steirischen herbst Graz, Arcana St. Gallen, Wittener Tage für neue Kammermusik, Ostrava New Music Days und Contempuls Prague.

Miroslva Srnka ist eines der Gründungsmitglieder des Ensembles Prague Modern und war Mitglied des Verwaltungsrats der Leoš Janáček Foundation in Brünn. Seit 2001 ist Srnka regelmäßig an der Karls-Universität in Prag. Er unterrichtete Komposition an der Hochschule Luzern und am Moskauer Konservatorium und wirkte am Projekt „Klassenarbeit“ des ensemble recherche in Freiburg mit. Über mehrere Jahre hinweg fungierte Srnka als Herausgeber zweier Musikmagazine und als Geschäftsführer des größten tschechischen Musikverlags für klassische Musik. Darüber hinaus war er an kritischen Editionen von Werken von Antonín Dvořák, Leoš Janáček und Bohuslav Martinů beteiligt.