Christine WHITTLESEY
Christine Whittlesey, in Boston zur Sängerin und Pianistin ausgebildet, ging aus dem Metropolitan-Opera-Wettbewerb für Neuengland als Gewinnerin hervor. Ihre Karriere begann sie in den USA, 1981 übersiedelte sie nach Deutschland.
Einige Höhepunkte ihrer Karriere waren die weibliche Hauptrolle in der Uraufführung von Olga Neuwirths und Elfriede Jelineks Oper „Bählamms Fest“, wie auch Partien in Viktor Ullmanns Oper „Der Kaiser von Atlantis“, in Wolfram Wagners „Wenn der Teufel tanzt“, Hugo Kächs „Paracelsus“ und in Gerhard Schedls „Riesen, Zwerge, Menschenfresser“. Dabei arbeitete sie mit Regisseuren wie Christian Pöppelreiter, Herbert Wernicke, Jean-Marie Straub/Danielle Huillet, Wolfgang Quetes, Nick Bradshaw und Michael Schilhan zusammen.
Auf dem Konzertpodium war sie bei Uraufführungen unter anderem von Werken von Thomas Pernes, Wolfram Wagner, Rolf Riehm, Wolfgang Rihm, Detlef Glanert und Gerhard Schedl zu hören. Orchester wie die Wiener Symphoniker, das RSO Wien, das hr-Sinfonieorchester, das BBC Symphony Orchestra London und das Niederländische Radio-Symphonieorchester waren ebenso ihre Partner wie das Ensemble Intercontemporain Paris, das Ensemble Modern Frankfurt, die London Sinfonietta, das Asko Ensemble Amsterdam, das Klangforum Wien, das Ensemble „die reihe“ und das Ensemble Kontrapunkte. Am Dirigentenpult standen dabei unter anderem Pierre Boulez, Michael Gielen und Peter Keuschnig, Helmuth Rilling, Riccardo Muti, Kryzsztof Penderecki, Kent Nagano, Ingo Metzmacher, Friedrich Cerha, Peter Rundel und Christian Thielemann.
Als Liedsängerin setzt sich Christine Whittlesey besonders für das zeitgenössische Repertoire ein. Zu ihren musikalischen Partnern zählen auch KünstlerkollegInnen wie Gidon Kremer, Pierre-Laurent Aimard, Tabea Zimmermann, Oleg Maisenberg, Irvine Arditti, Alexei Lubimov, Natalia Gutmann, das Artemis-, das Prazak-, das Janácek- und das Auryn-Quartett.
Regelmäßig gastiert Christine Whittlesey bei bedeutenden Festivals wie Wien Modern, den Wiener Festwochen, dem Kammermusikfest Lockenhaus und den Salzburger Festspielen sowie bei der RuhrTriennale und den Wittener Musiktagen, in Donaueschingen und Darmstadt, beim steirischen herbst, der Styriarte, den Klangspuren Schwaz, beim Carinthischen Sommer, beim Edinburgh Festival, beim Festival in Spoleto und beim Kobe-Musikfestival in Japan.
Christine Whittlesey hat bei zahlreichen CD-Produktionen mitgewirkt. Besonders hervorzuheben sind ihre Einspielungen von Schönbergs Streichquartett Nr. 2 mit dem Prazak-Quartett, von György Kurtágs „Szenen eines Romans“ und von Benedict Masons „Self-Referential Songs“. Eine Aufnahme von Mahlers Vierter Symphonie mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter Michael Gielen wurde mit dem „Grand Prix du Disque“ ausgezeichnet.
1996 spielte Christine Whittlesey die weibliche Hauptrolle in der Verfilmung der Schönberg-Oper „Von heute auf morgen“ (Regie: Jean-Marie Straub/Danielle Huillet; Dirigent: Michael Gielen; hs-Sinfonieorchester).
Seit 1991 ist Christine Whittlesey Professorin für Liedinterpretation und Oratoriengesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.
