„Ich gehe bereichert nach Hause“

„Ich gehe bereichert nach Hause“

Jurymitglieder und teilnehmende Künstler sprechen daüber, was diesen Musikwettbewerb so besonders macht.

Bereicherungen für alle Beteiligten

Ein Spezifikum des FS&MM ist, dass während den Wertungsrunden Stücke aufgeführt werden, die unbekannt sind bzw. die man zuvor noch nie zu Ohren bekommen hat. Aber nicht nur für angehende Musiker, auch die Jurymitglieder der einzelnen Kategorien zeigen sich begeistert von der Vielfalt der präsentierten Musikstücke. Dies bestätigt auch Marlis MÜLLER-LORENZ, Juryassistentin für die Kategorie Duo für Gesang und Klavier (Lied). Als erste Ansprechpartnerin hat sie den unmittelbarsten Konakt zu den Jurymitgliedern während der Wettbewerbstage, „die Juroren stürzen sofort auf die Noten, wenn sie ins Juryzimmer kommen“, zeigt sie auf die Tische, auf denen rund 30 hohe Stapeln mit Notenmaterlialien liegen – alle alphabetisch nach den Komponisten geordnet, teils von der Bibliothek der Kunstuniversität Graz, teils eigens für den Wettbewerb bestellt. „Wir erhalten auch Sondernoten, die uns die Teilnehmer schicken. Und all dies,“ zeigt Müller-Lorenz voller Liebe und Stolz auf die meterlange „Noten-Autobahn“, „ist auch eine Bereicherung für die Universitätsbibliothek, da unsere Studierenden ja auf diese Noten zugreifen können.“

Jury-Assistenz Marlis Müller-Lorenz. Fotos: Thomas Raggam

Jury-Assistenz Marlis Müller-Lorenz.

Die "Noten-Autobahn" G

Die „Noten-Autobahn“ G

Jurorin Christine Whittlesey

Jurorin Christine Whittlesey

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Fotos zum Geschehen im Jury-Zimmer findet ihr HIER!

Es geht um das Menschliche per se

Christiane OELZE, Opern- und Liedsängerin und Jurymitglied des FS&MM 2015, ist erstaunt über die Reife der Musiker, ihrer Meinung nach gehe es hier nicht nur um die künstlerischen Fähigkeiten, sondern auch „um das Menschliche per se.“ Viele teilnehmende Musiker erzählen uns ebenfalls, wie sie diese konkurrierende aber doch sehr freundschaftliche Stimmung, die für den FS&MM kennzeichnend ist, anspornt. Auch der Schwerpunkt, der die Musik Franz Schuberts der zeitgenössischen Musik gegenüberstellt, sei genau das, was viele Teilnehmer reize. Viele Musiker sind der Meinung, dass so ein spezielles Wettbewerbsrepertoire auch eine aufgeschlossene, neugierige Haltung von den Musikern abverlangt. „Ich bin stolz darauf, dass ich durch die Vorbereitung auf diesen Wettbewerb so unglauchlich viel Neues in mein eigenes Repertoire aufnehmen konnte“, erzählt ein teilnehmender Sänger.

Duo Cai & Feng

Duo Cai & Feng

Wir hören auch verschiedene schöne Anekdoten kennen; der deutsche Tenor Kai KLUGE, der mit seiner Schwester und langjährigen Klavierpartnerin Melania KLUGE („Es ist kein Tippfehler, mein Name endet tatsächlich mit a und nicht mit e“) haben z.B. die „Cinco canciones populares argentinas“ von Alberto Ginastera in dem Semi-Finale präsentiert, als Huldigung an ihre argentinischen Wurzeln. Xiaofeng CAI 蔡萧峰 (Bariton/Bass) und Weijie FENG 冯薇洁 (Klavier), einzige Chinesischmuttersprachler unter den Finalisten in der Kategorie Lied-Duo, begeistern viele durch ihre einfühlsamen Interpretationen. Wir möchten wissen, wie sie sich als Deutschfremdsprachige dem Wesen des Liedschaffens Schuberts annähern. Da antworten sie nachdenklich: „Wenn wir Schubert oder andere Komponisten interpretieren, dürfen wir uns nicht als Ausländer ansehen. Stehst du auf der Bühne, bist du kein Ausländer, sondern Musiker.

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Weitere Video-Interviews mit den teilnehmden Ensembles:

Elevator Talks – Liftgespräche: http://schubert.kug.ac.at/elevator-talks-liftgesprache/

„Wir müssen tatsächlich miteinander ringen.“ – Elisabeth B. VON STRITZKY und Christoph SCHNACKERTZ sprechen über die Zusam­men­stellung ihres Programm für den FS&MM 2015 und darüber, wie sie als Sängerin und Pianist miteinander arbeiten. http://schubert.kug.ac.at/miteinander-ringen/

 

 

PS. Aus Gründen der Satzschönheit und Lesbarkeit wird in diesem Text auf explizites Gendern verzichtet.
Ich danke für euer Verständnis, Eure Chia-Tyan.

Duo Kluge & Kluge

Duo Kluge & Kluge Foto: KUG/Wenzel

 

 

Video: The Schubidu Quartet
Text & Redaktion: The Schubidu Quartet/Chia-Tyan Yang

 

 

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