François Le Roux begann seine Gesangsausbildung im Alter von 19 Jahren bei François Loup und studierte später bei Vera Rosza und Elisabeth Grümmer im Opéra Studio, Paris. Er gewann internationale Wettbewerbe in Barcelona (“Maria Canals”) und Rio de Janeiro.

Zwischen 1980 und 1985 war er Mitglied des Opernensembles von Lyon und gastiert seither in allen großen Opernhäusern und -festivals Europas. Er trat auf dem Glyndebourne Festival (als Ramiro in Ravels L’Heure Espagnole), in Hamburg und Oslo (als Marcello in Puccinis La Bohême), in Frankfurt (als Orestes in Glucks Iphigénie en Tauride) und am Royal Opera House, Covent Garden, London auf (unter anderem in der Rolle des Lescaut in Massenets Manon, als Papageno in der von Colin Davis dirigierten Zauberflöte Mozarts oder als Figaro in Rossinis Barbiere di Siviglia). 1988 debütierte er an der Pariser Oper als Valentin in Gounods Faust. 1987 feierte er in der Rolle des Don Giovanni an der Pariser Opera comique einen wahren Triumph, wofür er mit dem Preis der französischen Kritiker, dem „Prix de la Révélation de l’année“, belohnt wurde. Als Don Giovanni trat Le Roux ferner in Zürich (unter Nikolaus Harnoncourt) sowie in England, Schottland und Spanien auf. 1985 besetzte er erstmals die Rolle des Pelléas in Debussys Pelléas et Mélisande und wurde in den Kritiken alsbald als „großartigster Pelléas seiner Generation“ gefeiert. In dieser Rolle war er über einhundert Mal auf den renommiertesten Opernbühnen der Welt zu sehen, und unter Claudio Abbado entstand eine Aufnahme für die Deutsche Grammophon; seit 1998 spielt er in derselben Oper die Rolle des Golaud, wofür er in Paris, in Bordeaux und am berühmten Teatro Colon in Buenos Aires (Argentinien) großen Beifall erntete; an der Pariser Opera comique verkörperte er aus Anlass des hundertsten Jahrestages der Weltpremiere (30. April 2002) wiederum den Golaud, ebenso wie vor kurzem bei der Erstaufführung der Oper in Russland.

Sein ausgesprochen weitgefächertes Repertoire deckt sämtliche Mozart-Baritonrollen ab, etliche Rollen aus dem italienischen Repertoire (Figaro, Dandini, Malatesta, Marcello) wie auch Barockoper (z.B. Titelrolle in Monteverdis Orfeo bei den Wiener Festspielen und Ulisse, Campras Tancrède – Titelrolle – und Rameaus Pollux in Castor und Pollux bei den Festspielen in Aix en Provence) sowie zeitgenössische Oper (Henzes Der Prinz von Homburg –Titelrolle – in München, dirigiert von Wolfgang Sawallisch, und Weltpremieren von Birtwistles Gawain – Titelrolle – in Covent Garden, von Boses Die Leiden des jungen Werther – Titelrolle – bei den Schwetzinger Festspielen, Georges Boeufs Verlaine Paul – Titelrolle – in Nancy und Marseille, David Langs Modern Painters – in der Rolle des John Ruskin– an der Oper von Santa Fé).

Zusätzlich zu zahlreichen Opernaufnahmen für EMI, Erato und BMG-RCA veröffentlichte Le Roux auch mehrere Schallplatten aus dem französischen Gesangsrepertoire für EMI, REM (unter anderem die Gesamteinspielung der Lieder von Duparc und Fauré), HYPERION (Lieder von Saint-Saëns, Lieder von Séverac & Louis Durey mit Graham Johnson) sowie DECCA-Universal, die allesamt für große Begeisterung sorgten und aufgrund derer er als „Nachfolger von Gérard Souzay“ bezeichnet wird.

„Le Chant intime“, sein erstes Buch (veröffentlicht vom Verlag Fayard), befasst sich mit der Interpretation französischen Liedguts und erhielt 2004 den René Dumesnil Preis der französischen Académie des Beaux Arts. Dieses Buch ist jetzt auch auf Japanisch erschienen (Übersetzer: Setsuko Miyama & Kenji Yamada, Verlag: Shunjusha Publishing Company).

1996 wurde er zum Ritter des französischen Ordens „Les Arts et Lettres“ ernannt und 1997 von der Vereinigung französischer Kritiker zur „Musikpersönlichkeit des Jahres 1997“ gekürt.

Des Weiteren gibt François Le Roux etliche Konzerte – dabei wird er von Größen aus der Welt der Musik wie beispielsweise Irwin Gage, Graham Johnson, Roger Vignoles, Noël Lee und Jeff Cohen begleitet. Zudem leitet er Meisterkurse über die Interpretation des französischen Lieds.

Seit 2006 ist er an der Académie Maurice Ravel in Saint Jean-de-Luz Inhaber eines Lehrstuhls, dessen erster Vertreter der bekannte Pierre Bernac war. Er ist künstlerischer Intendant der „Académie Francis Poulenc in Tours“, an der Studenten jedes Jahr (im August) die Interpretation des französischen Liedes erlernen. Zwischen 1997 und 2002 veranstaltete er die Konzertreihe „Französische Liederabende der Bibliothèque Nationale de France“ in Paris.

Zu den Auftritten während der Saison 2011–2012 zählen Debussys Rodrigue et Chimène (Orchestrierung: Edison Denisov) im Philharmonikersaal in St Petersburg, Konzertauftritte (Partie des „Don Gomez“, Dirigent Daniel Kawka) in der Oper von Helsinki (Finnland), «Golaud» in Marco Arturo Marellis neuer Produktion von Debussys Oper Pelléas et Mélisande (Dirigent Mikko Franck); sowie viele Lieder und Meisterklassen in Europa und Nordamerika…

Zuletzt veröffentlichte DVD:
– Pelléas et Mélisande, Le chant des aveugles, Film von Philippe Béziat. Produktion Pelléas Films. Über die erste Bühnenaufführung von Debussys Oper in Moskau.

Zuletzt veröffentlichte CDs:
– Edouard Lalo – Complete Songs (2 CDs). Mit Christian Ivaldi (Klavier). Passavant Music.
– Henri Dutilleux – Un siècle de musique en France. Deux Sonnets de Jean Cassou/ La Geôle. Orchestre national de Bordeaux, Dirigent: H. Graf (Sony classics).
– L’Enfant et les sortilèges (Ravel). Partien: The Clock/The TomCat. Berliner Philhar­moniker. Dirigent: Simon Rattle (EMI)