Die streng unter Verschluss gehaltene Auftragskomposition von Isabel Mundry wurde nach dem 3. Durchgang (=Halbfinale) am 25. Februar im feierlichen Rahmen der „Soirée“ geöffnet!

Den Lied-Duos, die sich für das Finale qualifiziert haben, bleiben genau 1,5 Tage Zeit, um das eigens für den FS&MM 2018 komponierte Werk zu studieren und beim großen Finale am 27. Februar uraufzuführen! Es ist eine Herausforderung an die Musiker, ihr eigenes Potenzial auszuloten, „wie sie, ohne die Möglichkeit der behutsamen Vorbereitung eines Lehrers oder einer Lehrerin, sich auf ein komplett neues Werk einlassen. Unter enormem Zeitdruck, wohlgemerkt.“ So Joseph Breinl, Vorsitzender der Jury für die Sparte Duo für Gesang und Klavier (Lied).

Ein Schuss Adrenalin

Es ist zugleich eine Konfrontation mit der Berufsrealität. Im Alltag kommt es durchaus vor, dass man gefragt wird, um in kürzester Zeit für den einen oder anderen ausgefallenen Musikerkollegen einzuspringen. Dabei wird oft nicht berücksichtigt, ob man das aufzuführende Musikmaterial schon kennt.

Beim sehr kurzfristigen Einspringen heißt auch, dass man die innere Ruhe behalten muss, damit die Nerven nicht gleich blank liegen. Aber die ganz kurze Zeit kann auch eine zusätzliche Motivation sein. „Wenn man so ein ganz unbekanntes Stück in die Hände bekommt und man weiß, man muss es vor einem großen Publikum am übernächsten Tag aufführen, kommt ein richtiger Schuss Adrenalin“, erzählt ein Duo,  „es ist schon ein bisschen wie ein adrenalingeschwängerte Antritt zur Schlacht.

Musikalisches Abenteuer für Teilnehmer und Zuhörer

Es ist ermutigend und überraschend, wie viele junge SängerInnen die Herausforderung annehmen, sich auf das besondere Repertoire dieses Wettbewerbs einzulassen, es aufzunehmen und es zu ihrer eigenen Sprache und ihrer individuellen Aussage zu formen“, bestätigt Breinl. Er bezeichnet die Anforderung, Lied (das Lied heißt tatsächlich Lied) der renommierten Komponistin Isabel Mundry in kürzester Zeit einzustudieren und uraufzuführen als „ein musikalisches Abenteuer für Teilnehmer und Zuhörer.“

Wir freuen uns auf das musikalische Abenteuer und sind gespannt auf die drei Uraufführungen und auf drei unterschiedliche Interpretationen am 27.02.2018 ab 18h!

Die Eckdaten zur Komposition LIED (2017)

Musik: Isabel Mundry

Lied (2017) ist eine Auftragskomposition des 10. Internationalen Wettbewerbs „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ der Kunstuniversität Graz

Text: Inger Christensen, alfabet / alphabet
Aus dem Dänischen von Hanns Grössel
Deutsche Ausgabe: Münster: Kleinheinrich, 2016

Aufführungsdauer: 3-4 Minuten

Herausgeber: Breitkopf & Härtel KG, Edition Breikopf 9262

Finaltag als Erlebnis für alle: Am Di. 27. Februar 2018 sind im György-Ligeti-Saal von 10.00 – 20.00 die Finalkonzerte aller drei Sparten in Serie zu erleben. Für Publikum wie Presse ist es somit möglich, die spannenden Momente der Entscheidung in ihrer Gesamtheit live mitzuerleben. Direkt im Anschluss findet im MUMUTH ab 21.00 Uhr die feierliche Preisverleihung statt.

Für alle, die nicht vor Ort sein können, gibt es die Möglichkeit, die Konzerte der Finalisten-Ensembles per Live-Streaming zu verfolgen: http://schubert.kug.ac.at/live-streaming-finaltag/

Bericht: Chia-Tyan Yang
Fotos: KUG / The Schubidu Quartet /Thomas Raggam

Das Kleingedruckte mal ganz groß:

Aus Gründen der Satzschönheit und Lesbarkeit verzichten wir ebenfalls auf explizites Gendern in allen von uns produzierten Inhalten.
Wir danken für euer Verständnis, euer Schubidu Quartett.