"Nein, es spielen bei Klaviertrio nicht drei Pianisten!"

Zuallererst eine kleine Begriffserklärung: Die Besetzung wird nach dem Kerninstrument, Klavier, genannt. Dazu kommen im Regelfall zwei Streichinstrumente: Violine und Violoncello – wobei alle drei Instrumente seit spätestens Franz Schubert gleichweitig behandelt werden. In diesem Artikel sollen die Begegnungen mit einigen teilnehmenden Ensembles festgehalten werden. Weiterlesen

Jetzt kann es losgehen!

Am Vortag vor der Wettbewerbseröffnung kommen die ersten Teilnehmer in Graz an, das sie mit einer herrlich winterlichen, verschneiten Stimmung empfängt. Nachdem sie am Flughafen und/oder Bahnhof angekommen sind, trudeln die Musiker ins Wettbewerbsbüro im 3. Stock/MUMUTH ein. Man sieht über den Tag verteilt immer wieder Trolleys mit verschiedenen Flughafen-Bannern, die durchs ganze Gebäude klirren.

Im Wettbewerbsbüro im 3. Stock

Ab und zu gibt es sportliche, Ich-Nehme-Keinen-Lift-Teilnehmer, die den Begriff Erdgeschoss nicht kennen (für viele Fremdsprachige ist ja„unser“ Erdgeschoss bereits der 1. Stock), sich in den 2. Stock verirren und auf einmal beim Toningenieur-Studio landen. Ich werde auch schon mal im Lift von einem neugierigen Teilnehmer gefragt: „What do those buttom mean (zeigt auf die Knöpfe E und K)?“

Impression aus dem FS&SM 2012. Foto: Thomas Raggam/The Schubidu Quartet

Impression aus dem FS&SM 2012. Foto: Thomas Raggam/The Schubidu Quartet

Im geräumigen Wettbewerbsbüro werden die Teilnehmer vom Wettbewerbspersonal herzlich begrüßt, hier erhalten sie die wichtigsten Informationen in einem eigens für den Wettbewerb hergestellten schwarzen Stoffsackerl (Österreich for Beginners: der deutsche Begriff dafür lautet „Tüte“). Und für Zwischendurch Gratis-Äpfel sowie Quellwasser. Darüber hinaus wird jede noch so banale und zum 100sten Mal gestellte Frage mit größter Geduld und ungekünstelter Freundlichkeit beantwortet. Eine besonders aufmerksamvolle Geste der KUG ist, dass ein Gratis-Wlan-Service für alle Teilnehmer eingerichtet wurde. Ich kenne es aus meinem eigenen „Wettbewerbstourismus“, dass es keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist, dass ein Wettbewerbsbüro sich so ums leibliche, seelische und digitale Wohl seiner Teilnehmer kümmert.

Die akustischen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Die Juryvorsitzenden Christine WHITTLESEY (Lied) und Chia CHOU (Klaviertrio) sind persönlich anwesend bei der akustischen Probe. Sie loten verschiedene Möglichkeiten aus, suchen sich die passendsten Flügel aus, die auch in günstigste Position gestellt werden, diskutieren mit den Toningenieuren, die tagelange an der Akustik und Aufnahmetechnik arbeiten. Diese akustischen Helden werde ich in einem Sonderartikel vorstellen, aber so viel darf ich euch schon mal im Voraus verraten: Ich habe mir verschiedene Begriffe wie z.B. Line-Check bzw. die verschiedenen Aufstellungen/Einstellungen der Mikros erklären lassen, habe aber leider GAR NICHTS kapiert (sorry, lieber Henning BOSBACH+Philipp HEIM: Ihr habt super erklärt, aber es ist einfach zu speziell und komplex für einen Laien!). All diese aufwendigen Vorbereitungen dienen bloß einem Zweck: Um die bestmöglichen Voraussetzungen für alle Teilnehmer zu schaffen.

 

 

Ja, jetzt kann es losgehen!

 

 

 

 

 

 

 

Das Schubidu Quartett

Fotos: Thomas Raggam

Text: Chia-Tyan Yang